Am Stausee entlang führte ein langer, dunkler Tunnel. Einige "Fenster" ermöglichten einen Blick auf den See, leider war dieser durch den dichten Nebel leider nie zu sehen. Erst am Ende (oder Anfang) des Stausees haben wir das Wasser das erste Mal erblickt. Zeitweise schien nun auch die Sonne und die Temperatur wurde angenehmer.
Tag 2: Prarayer-Theodulpass
Wenn ich heute auf diese Etappe zurück blicke, muss ich doch zugeben, wir haben doch nicht alle Tassen im Schrank :-)
Aber alles von vorne: Angefangen hat der zweite Tag mit einem feinen Frühstück. Um 07:30 haben wir uns dann wohl auf die strengste Etappe gemacht. Anfangs war es noch teilweise fahrbarh. Sobal aber die Abzweigung auf den Col de Valcournera auf 3`200 M.ü.M.
Von nun an konnten die Bikes nicht mehr geschoben, sondern mussten auf den Schultern getragen werden. Der Weg führte sogar über kleine Klettersteige und steile Geröllhalden. Ca. 1`000 Hm schleppten wir unsere Drahtesel auf den Schultern bis hoch auf den Pass! Die ersten Wanderer waren schon obe angekommen. Gespannt waren wir auf die andere Seite des Passes, wird es wieder einen solchen Abstieg geben oder werden wir mit schönen Trails belohnt? Jedenfalls haben wir den Pass nach ca. 5 Stunden erreicht und waren überglücklich! Der erste Blick auf die andere Seite zeigte einen kleinen steilen Abschnitt, danach nur noch Trails!! Die Aussicht war hervorragend und das Wetter traumhaft. Nach einer kurzen Verpflegung haben wir den kleinen Abstieg in Angriff genommen.
Der "Weg" führte über ein Schneefeld, welches wir mit viel Vorsicht angegangen sind. Ein kleiner Rutscher und man gleitet in hohem Tempo hinunter ins Geröllfeld! Doch die Wanderer vor uns hinterliessen uns tiefe Fusstritte im Schnee, welche uns sicheren Halt gewährten. Im Rifugio Vuillernoz kochte und der Wirt dann eine feine Minestrone, bevor es in Richtung Cervinia ging. Was uns nach dieser feinen Suppe erwartet hatte, war ein Traum und liess unser Bikerherz höher schlagen! 10km Trail am Stück! Im ersten Teil des Trails waren die Wege noch etwas verblockt, aber gut fahrbar. Der zweite Teil der Trails war dann sehr flowig!
Um ca. 13:00 haben wir den Skiort Cervinia erreicht. Man bedenkt, dass wir für die ersten 10km ca. 6 Stunden gebraucht haben :-) ! Cervinia ist mir vom Winter bestens bekannt. Bis jetzt bin ich jedoch nur mit Bahn und Skiliften hoch zum Theodulpass gefahren. Nun werde ich den gleichen Weg mit dem Bike zurücklegen. Vor uns steht nochmals ein harter Anstieg von rund 1`400Hm! Die Anstiege waren zeitweise so steil, dass wir das Bike schieben mussten. Bei Plan Maison, ca. in der Mitte des Aufstieges, haben uns Marco, Elena und ihr kleiner Hund Malu begleitet. Sie wollen die "Tour de Monte Rosa" in vier Tagen absolvieren und hatten für diesen Tag dasselbe Ziel - den Theodulpass! Mit ein wenig Unterhaltung und spannenden Diskussionen verflogen die Höhenmeter wie im Nichts. Soll aber nicht heissen, dass wir nicht an unsere Grenzen kamen. Der Tag zuvor hat sich bemerkbar gemacht! Um ca. 18:30 erreichten wir die Hütte auf dem Theodulpass!
Man begrüsste uns herzlichst in der Hütte und durften unser Zimmer mit zwei slowenischen Bergsteigern teilen. Das Nachtessen war sehr fein: Frischer Salat, Poulet, Polenta und Kalbsscheiben! Mit interessanten Geschichten von Marco und Elena ging ein strenger Tag zu Ende. Mit dem schweren Aufstieg auf den Col de Valcournera war dies doch einer meiner härtesten Biketour!
Fazit Tag 2: 30km / 2760Hm
Strecke auf GPSies: hier
Tag 3: Theodulpass-Visp
Da unsere letzte Etappe der Matterhorn-Umrundung über den Gletscher führte, machten wir uns bereits um 07:00 auf den Weg in Richtung Trockener Steg! In Begleitung mit unseren italienischen Kollegen haben wir dieses Erlebnis in Angriff genommen. Zum Erstaunen war der Schnee auf dem Gletscher äusserst griffig und gut befahrbar. Einige Stellen waren, durch den geschmolznen Schnee am Vortag, eisig.
Bei der Bergstation Tr. Steg verabschiedeten wir uns dann von Marco, Elena und ihrem kleinen Hund! Natürlich haben wir gegenseitig die Adressen und Nummern getauscht. Übrigens: der Hund ist alles gelaufen und hat nicht 1 Minute im Rucksack verbracht! Wir wählten den Singletrail hinunter nach Furgg. Der Ausblick auf die über 40 4`000ender war einfach Traumhaft!
In Zermatt angekommen, besuchten wir dann meinen Vater bei der Arbeit. Nach einem feinen Kaffee und viel Erzähltem gings entlang der Vispa durchs Mattertal nach Visp. Auf dem Wanderweg, welcher in Zermatt beginnt, kreuzt man die asphaltierte Strasse nur wenige Male. 90% der Strecke befindet man sich auf Singletrails oder Schotterstrassen. Ohne grosse Verletzungen und Pannen sind wir dann am Nachmittag heil in Visp angekommen! Es war geschafft! Einer meiner schönsten und härtesten Touren liegt hinter mir!
Fazit Tag 3: 53km / 450Hm
Strecke auf GPSies: hier
Gerne möchte ich mich bei meinem Kollegen Peter bedanken, der die Tour geplant hat. Es war einfach grossartig, mit ihm zusammen diese tolle Tour zu bewältigen!